15.07.2014

Und wo bleibe ich?

Ich bin Mutter, Partnerin, Tochter, gute Freundin, Kollegin, Bloggerin - alles zugleich. Ich bemühe mich, all meinen "Rollen" gerecht zu werden. Das funktioniert mal mehr, mal weniger gut. 

Ein Tag hat nur 24 Stunden - das sind ungefähr 24 Stunden zu wenig.

Vor einigen Wochen haben der Herzmann und ich ein paar wenige Tage kinderfrei gehabt. Ich liebe meine Kinder mehr als alles auf der Welt, aber ich habe ehrlich gesagt schon lange Zeit vorher darauf hingefiebert. Darf ich mir das erlauben?

Ganz klar: JA! Ich darf es nicht nur, ich MUSS es sogar. Ich muss es zumindest dann, wenn mein Inneres aus mir heraus schreit "Du brauchst Zeit für Dich!" Das müssen natürlich nicht gleich kinderfreie Tage sein (obwohl das auch mal schön ist - mal wohlbemerkt), oft genügen kleine Ruhepausen. Kleine Inseln im Chaos des Alltags -

Statt aufzuräumen, einen Kaffee kochen, laute Musik anschalten und tanzen. Oder 10 Minuten heiß duschen -.

"Ich würde so gerne mal wieder ...", "Ach, wenn ich mal wieder richtig Zeit hätte ...". Solche Gedanken sind immer mal wieder Begleiter von Eltern. Dabei bleibt es oft beim Konjunktiv. Doch gerade als Elternteil ist es so wichtig, sich auch einmal Zeit für sich selbst (oder als Paar) zu nehmen.

Kein Kind der Welt braucht Eltern, die nur funktionieren, aber völlig ausgebrannt sind von den vielen Verpflichtungen des Alltags. Kinder brauchen glückliche Eltern, denn glückliche Eltern bedeuten glückliche Kinder. 

Jeder hat doch ein Hobby oder irgendetwas, was er gerne macht. Nein? Oder schlafen. Wie wäre es mit Schlaf? Mal ehrlich, wann habt ihr das letzte Mal 10 Stunden am Stück einfach nur geschlafen? Auch das kann glücklich machen. Mit der besten Freundin einen Kaffee trinken oder die Mittagspause gemeinsam verbringen. Sei es nur eine halbe Stunde. Für mich zumindest bedeutet das Glück.

Das Wichtigste aber ist, sich selbst den Stress zu nehmen. Denn wir allein sind es meist, die den Stress verursachen, eben weil wir allen lieben Menschen um uns herum gerecht werden und all unsere Aufgaben erledigen möchten.

Während ich den Text schreibe, liegen meine Minis zufrieden im Bett. Ich höre Basti singen <3. Benni schläft vermutlich schon längst. Die Wohnung ... nun ja, hier könnte man buchstäblich vom Boden essen (und das nicht, weil er so sauber ist ;)), was natürlich überspitzt gesagt ist. Aber ich denke ihr wisst, was ich meine?!

Lernen, auch mal "Nein" zu sagen und Prioritäten setzen! 

Prioritäten, die auch ab und an ganz egoistisch sein können. Wolkenmelodie ist mein Hobby. Zu schreiben bereitet mir Freude, macht mich glücklich.

Jetzt, in diesem Moment, werde ich niemandem gerecht. Niemandem, außer mir selbst.

Ich bin nicht nur Mutter, Partnerin, Tochter, gute Freundin, Kollegin, Bloggerin, Köchin, Monster-unter'm-Bett-Vertreiberin ...

Ich bin auch ich und das ist gut so - ganz ohne schlechtes Gewissen.
1 Kommentar on "Und wo bleibe ich?"
  1. Was für ein schöner Post, denn ganz genauso ist es! =)

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